Blechverarbeitung Tipp #4: Wenig Einzelteile

Kosten sparen kann so einfach sein! In unserer Blog-Reihe Tipps für die Blechverarbeitung zeigen wir Ihnen einfache Tricks für Ihre Konstruktionen. Vierter Tipp: Ersetzen Sie komplizierte Baugruppen durch wenige funktionale Blechteile.


Bei Baugruppen aus Blech stellen sich die Kosten nicht nur aus den einzelnen Blechteilen zusammen. Auch die Kosten für die Montage, für die Verbindungselemente (Schrauben, Nieten, Klebstoff usw.) und für die Ausrichtung der Bauteile müssen einberechnet werden. Wenn Sie also Baugruppen mit vielen verschiedenen Blechteilen haben, lohnt es sich, die Konstruktion nochmals zu überarbeiten. Auch die Blechverarbeitung wird günstiger wenn weniger verschiedene Teile bestellt werden müssen. Prüfen Sie ihre Konstruktionen. Sie werden an vielen Stellen Einsparmöglichkeiten entdecken.

Fr. 287.-

Viele Blechteile 

- 46%

 Einsparungen 

Fr. 156.-

 Ein Blechteil

Für einen Wellenprüfstand hat ein Lehrling eine Vorrichtung aus Blech konstruiert. Der Chef war mit der Arbeit zufrieden aber die Kosten für die Herstellung waren ihm zu hoch. In der Montagehalle stehen fünf Wellenprüfstände und alle sollen mit der neuen Vorrichtung ausgerüstet werden. Der Chef weiss was in solchen Fällen zu tun ist: „Nicht verzagen, Max fragen“. Max soll die Konstruktion günstiger gestalten und die Montage und Ausrichtung der Vorrichtung vereinfachen.

Nichts Einfacheres als das…

Max sieht sich den Auftrag kurz an, steht auf und wendet sich direkt an den Lehrling. Das Problem ist in diesem Fall so einfach zu lösen, dass er die Zeit welche er vom Chef für den Auftrag bekommen hat, lieber für eine Lektion „Blechverarbeitung leicht gemacht“ einsetzt. Er erklärt dem Lehrling, dass die zahlreichen Einzelteile in der Blechverarbeitung grosse Kosten verursachen weil diese einzeln gehandelt werden müssen. Zudem müssen für die Montage Schrauben besorgt werden und ein Monteur muss alle Vorrichtungen einzeln zusammenschrauben. Zum Schluss gibt er dem Lehrling den alles entscheidenden Tipp: „Mach die Vorrichtung aus einem einzigen Blechteil.“

Zeit sparen während dem Konstruieren

Nach 30 Minuten sieht Max den Lehrling in der Kaffee-Ecke stehen und plaudern. Max geht direkt auf ihn zu und will gerade mit einer Standpauke beginnen als der Lehrling sagt: „Merci Max, das Blechteil ist bereits bei Blexon“. Max staunt nicht schlecht: „Potztausend, das ging aber zackig!“. Nach einer kurzen Diskussion und einem Kafi sind sich die beiden einig. Zeit kann bereits während dem Konstruieren gespart werden wenn nicht mehrere Einzelteile gezeichnet und in einer Baugruppe zusammengefügt werden müssen.

Eine Skizze lohnt sich

Trotz diesem Erfolgserlebnis warnt Max den Lehrling vor Übermut. Die Art der Blechverarbeitung muss während dem Konstruieren stets im Hinterkopf präsent sein. Komplizierte Teile können manchmal wegen überlappenden Laschen oder wegen unmöglichen Abkantungen nicht gefertigt werden. Max verrät sein Geheimrezept: „Ich mache jeweils kurz eine Skizze und überlege wie ich das Blechteil am einfachsten konstruieren, fertigen und montieren kann. Dabei achte ich jeweils auch auf mögliche Kollisionen. Nach dem Konstruieren erstelle ich eine Abwicklung, importiere diese bei Blexon und kalkuliere das Blechteil. Automatisch wird die Fertigbarkeit geprüft und ein gestaffelter Stückpreis berechnet. Manchmal konstruiere ich auch zwei verschiedene Versionen des Blechteils und vergleiche die Preise.“

Zurück am Arbeitsplatz steht Max vor seinem Chef… Dieser zeigt auf den Bildschirm und will gerade anfangen zu sprechen als Max (wie er es vom Lehrling gelernt hat) das Wort ergreift: „Auftrag erledigt Boss! Und der Lehrling hat etwas dazugelernt“. Fünf Minuten später erklärt der Lehrling dem Chef wie man kostengünstig konstruiert. Der Chef ist zufrieden!